rhetorische liebelei

Der rheto­ri­schen Liebelei
Glück und Ende

Anaphora und Epiphora sind die altgrie­chi­schen Bezeich­nungen für rheto­ri­sche Wieder­ho­lungs­fi­guren jeweils am Versan­fang bzw. Versende. Aus mir uner­find­li­chen Gründen finden sich in den neueren einschlä­gigen Nach­schla­ge­werken (Metz­lers Lite­ra­tur­le­xikon, Poetik in Stich­worten) nur mehr die germa­nis­tisch verstüm­melten Begriffe Anapher und Epipher, während uns die altehr­wür­dige Anaphora im eucha­ris­ti­schen Hoch­gebet wieder begegnet und ihr antikes Gegen­stück, die Epiphora, plötz­lich im Pschy­rembel, einem klini­schen Wörter­buch, als „Tränen­fluss“ auftaucht.

Daraus erhebt sich natür­lich die Frage: Wie kam es zu der Verstüm­me­lung und Bedeu­tungs­ver­schie­bung der antiken Figuren? Da mir bislang weder Philo­logen noch Germa­nisten diese bren­nende Frage beant­worten konnten, musste ich meine Phan­tasie bemühen. So habe ich schließ­lich der Anaphora und der Epiphora eine Bezie­hung der verbo­tenen Art und einem Germa­nisten einen bösar­tigen will­kür­li­chen Akt angedichtet.


Quel­len­an­gabeN:

 

  1. Die Songzeile

    Doch alle Lust will Ewigkeit -,
    - will tiefe, tiefe Ewigkeit!«

    stammt aus Fried­rich Nietz­sches Das Trun­kene Lied aus seinem  dichterisch-philosophischen Haupt­werk Also sprach Zara­thustra.

  2. Wer das repe­ti­tive mit Chorus modu­lierte und  im Stereo­pan­orama bewegte 16tel-Synthesizerpattern mit jenem von Donna Summers Klas­siker »I Feel Love« asso­zi­iert, liegt so falsch nicht :-)!