der lenz ist da

Wånn im März de grauen Tåg a wengarl blauer wean
Und die Mist­buam den Schutt vom Winter ausse kean
Dånn sand bei uns am Hof auf amoi alle leiwånd drauf
Und ållas singt: Dea Lenz ist då!

Aus de Häusa weht vom Glåtzat’n1 dar Åpfel­duft
Dea Kuschlbea2 setzt d’Mott’n ån die Luft
Und wia jedes Joa erweckt man die Vero­nika
Viel­leicht schnoit jetzt auch die: Dea Lenz ist då!

De Kota raf’n um de Kåtz von da Ansa-Stiagn
Und de Hund‹ kriag’n goa net gnua vom Bam markian
Damit’s a Deppen mitkriag’n klebn’s Plakate ringsum hin:
Früh­ling in Wien — ja, dea Lenz ist då!

De schænst’n Veil­chen blüh’n auf Omis Haus­hoits­kleid
So mønchn Balko­nesa frisst dar Neid
Und de Schræber­ge­atna rüsten für den ålla­letzten Kriag
So wie letztes Joa: Dea Lenz ist då!

Gånz oben winkt mei Blume vom Gemein­debau
Im Mai wean sie und ich dann Frau und Frau3
Damit die prüde Maier sich des Maul z’reisst weg’n uns zwa:
Dea Lenz ist då!

Bevor ich mit da Rosi Hoch­zeit feiern kann,
håb ich als Musi­kantin Hoch­saison
Weu ich Touristen mit dem Lied vom Sensen­mann verführ’
So wie jedes Joa: Dea Lenz ist då!

 


Frühlingserwachen


  1. Die Werbe­figur »Meister Proper«
  2. Der kleine Bär von »Kuschel­weich«
  3. Dieser Song entstand im März 2010. Erst kurz zuvor — im inter­na­tio­nalen Vergleich spät aber doch — war in Öster­reich die gleich­ge­schlecht­liche Ehe zuge­lassen worden